Trauerkarte schreiben: Tipps für eine angemessene Beileidsbekundung

Das persönliche Beileid in eigene Worte zu fassen, fällt vielen Menschen nicht leicht. Die Trauerkarte, oder auch Beileidskarte, sollte aber das persönliche Mitgefühl bekunden und Trost spenden. Sie sollte nicht aufgesetzt wirken, sondern persönlich und authentisch sein. Doch wie verfasst man am besten eine persönliche Trauerkarte oder Kondolenzkarte? Wie kondoliert man richtig? Und auf welche Formulierungen und Anreden im Text sollte man genau achten? Was sollte man vermeiden, um angemessen zu kondolieren?

 

Hier finden Sie Tipps zum Verfassen einer persönlichen Trauerkarte mit Beispielen, Mustern und Trauersprüchen im Überblick.

 

Die passende Trauerkarte auswählen
Ob Buchladen, Papiergeschäft, Post, Supermarkt, Drogerie oder Onlineshop: Trauerkarten kann man für wenige Euros fast überall erwerben. Meist sind sie als einfache Klappkarten mit einer gestalteten Vorderseite zu kaufen. Ein weißer Umschlag ist in der Regel beigelegt. So weit ist es nicht schwer. Dennoch: Achten Sie beim Kauf darauf, nur eine Karte mit Umschlag ohne schwarzen Rand zu kaufen, denn dieser bleibt Trauerschreiben aus dem eigentlichen Trauerhaus vorbehalten!
Den persönlichen Text an die Angehörigen sollte man dann handschriftlich verfassen.

 

Die richtige  Anrede & Ansprache formulieren
Damit die Kondolenzbekundung entsprechend positiv bei den Angehörigen des Verstorbenen ankommt, sollte man einige wichtige Regeln beachten.
Wählen Sie zuerst eine hochwertige Trauerkarte aus und formulieren Sie Ihr Beileid handschriftlich mit einigen persönlichen Worten. So zeigen Sie Ihr Mitgefühl. Vermeiden Sie banale Floskeln wie „Alles wird gut“, greifen Sie besser auf religiöse oder weltliche Trauersprüche zurück, wenn Sie Schwierigkeiten haben, die passenden Worte zu finden. Auf keinen Fall sollten Sie Ihr Beileid per SMS, Email oder WhatsApp bekunden. Vermeiden Sie auch das persönliche Telefonat. Dieses ist wirklich nur dann angebracht, wenn Sie dem Verstorbenen oder den Angehörigen sehr nahe standen bzw. stehen.

 

Beileidsbekundung einleiten
Besonders schwer fällt vielen Menschen gerade der Anfang einer Beileidsbekundung. Einleitend sollte in einer Trauerkarte zuerst das empfundene Mitgefühl zum Ausdruck gebracht werden. Nachfolgend einige Musterbeispiele, die Ihnen helfen sollen.

 

Nun ist doch eingetreten, was sich so lange hingezogen hat. Wir nehmen Anteil an deiner Trauer. Für die kommende Zeit wünschen wir Dir viel Kraft und neuen Lebensmut“

„Leider ist es ein sehr trauriger Anlass, diese Zeilen zu schreiben.“

„Wir haben vom Tod eures/deines geliebten […] erfahren und wollen euch nun auf diesem Wegeunser tiefstes Mitgefühl ausdrücken.“

„Die Nachricht vom Tod […]’s hat mich/uns tief getroffen.“

„Mein/Unser Mitgefühl gehört Dir und Deiner Familie. In stillem Gedenken.„Es ist so schwer, passende und tröstende Worte zu finden.“

„Sehr betroffen und noch ganz unter dem Eindruck des plötzlichen Hinscheidens ist es schwer die richtigen Worte zu finden.“

„Meine Worte werden kaum imstande sein, eure Trauer und den Verlust zu lindern. Dennoch mein herzliches Beileid.“

„In diesen schweren Stunden bin ich bei euch. Der Tod von […] hat uns schwer getroffen. Wir sprechen unser herzliches Beileid aus.“

 

Abschlussformulierung in der Trauerkarte
Für einen stilvollen Abschluss finden Sie nachstehend einige kurze, bekannte Formulierungen, die noch einmal Anteilnahme und Beileid ausdrücken. Vergessen Sie nicht nach der Abschlussformulierung handschriftlich zu unterschreiben!

– Aufrichtiges Beileid
– In herzlicher Anteilnahme
– Mit den aufrichtigsten Wünschen
– Unser tiefstes Mitgefühl
– Zutiefst Anteil nehmend
– Euch viel Kraft
– Aufrichtiges Beileid entbieten
– In mitfühlender Anteilnahme
– Mit dem aufrichtigsten Beileid
– Herzliches Beileid
– Herzliche Anteilnahme
– Aufrichtige Anteilnahme

 

Schöne Trauersprüche
Trauersprüche und -gedichte ergänzen sehr gut die persönliche Beileidsbekundung. Folgend finden Sie eine Auflistung religiöser beziehungsweise weltlichen Sprüchen.

Religiöse Sprüche

„Alles hat seine Zeit. Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit.“
(Prediger 3)

„Nicht mehr untergehen wird deine Sonne,
noch wird dein Mond abnehmen;
denn der Herr wird dir zum ewigen Licht sein.
Und die Tage deiner Trauer werden ein Ende haben.“
(Jesaja 60,20)

„Wir sollen nicht trauern, dass wir die Toten verloren haben, sondern dankbar dafür sein, dass wir sie gehabt haben, ja auch jetzt noch besitzen: denn wer heimkehrt zum Herrn, bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie und ist nur vorausgegangen.“
(Hieronymus 331-420)

„Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“
(Psalm 91, 11-12)

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
(Dietrich Bonhoeffer)

„Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
(Johannes 11:25 )

„Wenn Jesus – und das ist unser Glaube – gestorben und auferstanden ist, dann wird Gott durch Jesus auch die Verstorbenen zusammen mit ihm zur Herrlichkeit führen.“
(1. Thessalonicher 4,14)

„Der Tod ist das Tor zum Licht
am Ende eines mühsam gewordenen Weges.„
(Franz von Assisi)

“Auferstehung ist unser Glaube, Wiedersehen unsere Hoffnung, Gedenken unsere Liebe.„
(A. Augustinus)

 

 

Weltliche Trauersprüche

„Ich bin von euch gegangen nur für einen kurzen Augenblick und garnicht weit. Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin, werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt.“
(Laotse)

„Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.“
(Wolfgang von Goethe)

„Alles was schön ist, bleibt auch schön, auch wenn es welkt. Und unsere Liebe bleibt Liebe, auch wenn wir sterben.“
(Maxim Gorki)

„Die Toten sind nicht fort, sie gehen mit.
Unsichtbar sind sie nur, unhörbar ist ihr Schritt.“
(Gorch Fock)

„Das Leben ist die Erinnerung an einen vorüberfliegenden Tag, den wir als Gast zugebracht haben.“
(Blaise Pascal)

„Ich hoffe auf das Licht, das nach der Dunkelheit kommen wird.“
(Miguel de Cervantes)

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir Abschied nehmen.“
(Albert Schweitzer)

„Wir sind vom gleichen Stoff, aus dem Träume sind und unser kurzes Leben ist eingebettet in einen langen Schlaf.“
(William Shakespeare)

 

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(Foto: strecosa /Pixabay – CC0 Creative Commons)

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