Vorhofflimmern: Symptome, Ursachen, Behandlung

Vorhofflimmern ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung.
In Deutschland sind ca. 2 Millionen Menschen davon betroffen. Typisch für ein Flimmern ist ein anhaltend unregelmäßiger, meist stark beschleunigter Herzschlag. Menschen mit Vorhofflimmern besitzen ein erhöhtes Schlaganfallrisiko. Zunächst ist die Herzrhythmusstörung nicht direkt lebensbedrohlich. Sie kann aber, unbehandelt, zum Schlaganfall führen. Denn während der Rhythmusstörung ist die Pumpfunktion in den sog. „Herzvorhöfen“ eingeschränkt, so dass sich dort Blutgerinnsel bilden können. Wird dann ein solches Blutgerinnsel mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült, kann es dort ein Gefäß verstopfen und dann zum Schlaganfall führen.
Viele der Schlaganfälle ließen sich allerdings vermeiden, wenn das Flimmern rechtzeitig und richtig behandelt würde.


Symptome

Das Flimmern wird häufig gar nicht bemerkt. Viele Patienten spüren erst einmal nichts oder können die Symptome nicht richtig deuten. Hält das Vorhofflimmern an, können die Symptome stärker werden: die Rhythmusstörungen werden häufiger oder dauern länger an.
Typische Symptome sind zudem:
1) Herzstolpern oder Herzrasen
2) Schwindel bis zur Ohnmacht
3) Atemnot
4) Schmerzen in der Brust
5) Müdigkeit oder Erschöpfung
6) Schwitzen


Ursachen
Das Vorhofflimmern kann unterschiedliche Ursachen haben. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

1) Bluthochdruck

2) Alter

3) Herzmuskelschwäche

4) koronarer Herzkrankheit

5) Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

6) Herzklappenfehler

7) Herzmuskelentzündung

8) Schilddrüsenüberfunktion

9) Übermäßiger Alkoholkonsum

10) Übergewicht

11) Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
12) Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe)


Diagnose
Wichtig ist, dass die Herzrhythmusstörung rechtzeitig erkannt wird, um sie entsprechend zu behandeln. Mit einem EKG kann ein Arzt das Vorhofflimmern sicher diagnostizieren, allerdings nur wenn das Flimmern gerade stattfindet. Bei vielen Patienten tritt Vorhofflimmern jedoch „anfallsartig“ auf, d. h. so plötzlich wie die Rhythmusstörung kommt, verschwindet sie auch wieder.
Dann können nur Langzeit-Messungen des EKGs helfen. Typisch für eine Rhythmusstörung ist auch ein völlig unregelmäßiger Pulsschlag.

Schlaganfall


Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Medikamentöse Behandlung
Zur Senkung des Schlaganfallrisikos ist bei den vielen Patienten eine dauerhafte Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten, zum Beispiel mit „Marcumar“ angeraten.
Damit es nicht zu einer Schädigung des Herzmuskels kommt, ist die Verabreichung von Medikamenten empfohlen, da das Vorhofflimmern häufig zu einen zu schnellen Herzschlag führt. Die Medikamente regulieren die Herzfrequenz: Sie sorgen dafür, dass der Ruhepuls nicht höher als 100 Schläge pro Minute steigt und so zu einer Schädigung des Herzmuskels kommt.
Die Medikamente beseitigen zwar nicht das Vorhofflimmern, aber verhindern gefährliche Folgen.

Antiarrhythmische Medikamente 

Wenn das Vorhofflimmern zu starker Atemnot oder Herzrasen führt, ist eine rhythmuserhaltende Behandlung sinnvoll. Hier wird versucht, den sog. „Sinusrhythmus“ dauerhaft wieder herzustellen. Die Medikamente wirken jedoch meist nicht dauerhaft und können Nebenwirkungen hervorrufen.

Katheterablation

Wenn Medikamente nicht erfolgreich sind oder nicht eingesetzt werden können, besteht die Möglichkeit einer sog. „Katheterablation“. Hier werden im Herzinneren bestimmte Regionen, die für die Rhythmusstörung verantwortlich sind, mit einem Herzkatheter verödet. Die schädlichen Impulse, die von diesen Regionen ausgehen und das Flimmern verursachen, können sich durch die Verödung nicht weiter ausbreiten. Mit dieser Methode lässt sich in sehr vielen Fällen der Sinusrhythmus dauerhaft wieder herstellen. Allerdings ist der Kathetereingriff nicht ungefährlich. Es können auch hier Komplikationen auftreten.


Weiterführende Infos
https://www.vorhofflimmern.de/


Kostenlose Broschüre
In Wort und Bild erklärt der Ratgeber „ Vorhofflimmern“, wie es zu den Störungen in den Herzvorhöfen kommt und warum sie zum Schlaganfall führen können. Ferner erfährt der Leser, welche Untersuchungen im Rahmen der Vorsorge oder bei Beschwerden auf ihn zukommen. Darüber hinaus werden verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung des Vorhofflimmerns vorgestellt. Tipps für eine herzgesunde Lebensweise und ein Notfallplan zum schnellen Erkennen und richtigen Handeln bei Schlaganfall runden das Informationsangebot ab. Die Broschüre wurde mit Unterstützung der Pfizer Deutschland GmbH realisiert. Sie ist kostenfrei und kann postalisch oder über die Internetseite der Deutschen Seniorenliga angefordert werden: Deutsche Seniorenliga (DSL) e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn
https://www.dsl-vorhofflimmern.de/broschuere


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(Foto: Myriams-Fotos/Pixabay – CC0 Creative Commons + Buecherwurm_65/Pixabay – CC0 Creative Commons)

 

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