24 Stunden Pflege und Betreuung zu Hause

Verschlechtert sich der Pflegezustand eines Pflegebedürftigen reichen die normalen Leistungen der ambulanten Pflegedienste oft nicht mehr aus. Dann wird eine Rundumbetreuung durch spezielle Pflegedienste notwendig, bei der der Patient Tag und Nacht umsorgt wird.
So können z. B. im Anfangsstadium bei Demenz die Begleiterscheinungen der Erkrankung oft noch mit Hilfe von Familie, Freunden und ambulanten Pflegediensten bewerkstelligt werden. Doch wenn die Krankheit fortschreitet, wird eine Betreuung rund um die Uhr benötigt, denn die Belastung übersteigt oft die psychischen, physischen Kräfte und die finanziellen Möglichkeiten der pflegenden Personen. Die gängigen Leistungen der Pflegedienste reichen in diesen Fällen nicht mehr aus. 
Nur wenige Pflegedienste bieten eine 24 Stunden Betreuung an, denn die Kosten übersteigen bei dieser Form der intensiven Betreuung oft eine Grenze, die nur wenige bezahlen können.

 

Häusliche Intensivpflege: Die 24 Stunden Betreuung

Es gibt in Deutschland viele Dienstleister, die sich auf 24 Stunden Pflege spezialisiert haben.
Diese speziellen Pflegedienste bilden Pflegeteams, die sich abwechselnd rund um die Uhr um den Pflegenden kümmern. Die Kosten hierfür werden teilweise von der Krankenkasse übernommen. Eine komplette Kostenübernahme der Intensivpflege ist allerdings nur bei besonderen Krankheitsbildern wie z. B. Demenz und bei der intensivmedizinischen Versorgung eines Schwerstkranken möglich.

 

Kosten der 24h Pflege und Finanzierung über Pflegegeld, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Je nach Umfang der Pflege und der Qualifikation der Pflegekraft muss für eine Rundum-Betreuung ab ca. 2.000,- Euro monatlich rechnet werden.
Finanzielle Zuschüsse durch die Pflegekasse sind abhängig vom Pflegegrad.
Wichtig zu wissen ist, dass die Pflegesachleistungen, mit denen die Leistungen eines von den Pflegekassen anerkannten Pflegedienstes bezahlt werden, nicht für Haushaltshilfen aus der EU z. B. aus Polen eingesetzt werden können.
Einige Steuererleichterungen fangen einen Teil der Pflegekosten auf.
Auch die Erstattungen für die Verhinderungspflege sowie 50% der kosten einer Kurzzeitpflege können  in Anspruch genommen werden, um einen Teil der Pflegekosten zu finanzieren.

 

Tipp: Online Pflegeberatung & Pflegeleistungs-Helfer

Der Online Pflegeberatungs- & Pflegeleistungshelfer vom Bundesministerium für Gesundheit informiert, wie man Pflegeleistungen beantragen kann und bietet grundlegende Informationen zum Thema Pflege. Der Rechner gibt Auskunft, welche Leistungen für Sie oder Ihre Angehörigen in Frage kommen.

 

Pflegekräfte aus Ländern der EU

Die Dienstleistungsfreiheit im Rahmen der EU ermöglicht es, Betreuungskräfte aus den EU-Mitgliedstaaten in Deutschland zu beschäftigen. Es gibt erschiedene Modelle:

 

1. Das Arbeitgebermodell: Vermittlung von Arbeitskräften für die 24 Stunden Pflege durch die Arbeitsagentur

Bei diesem Modell stellen der oder die pflegebedürftige Person oder die Angehörigen selbst eine Betreuungskraft ein. Sie fungieren hier also als Arbeitgeber.

Folgende Voraussetzungen müssen vom Arbeitgeber erfüllt werden:

  • Die Auftraggeber sind mit allen Pflichten und Rechten Arbeitgeber d.h, alle Formalitäten, wie Verträge abschließen und Abgaben und Steuern entrichten liegen in ihrer Verantwortung
  • Eine Unterkunft im eigenen Haushalt oder in der Nähe muss zur Verfügung gestellt werden
  • Die Verpflegungskosten müssen vom Arbeitgeber übernommen werden

  • Die wöchentliche Arbeitszeit entspricht der tarifrechtlichen oder üblichen Vollzeitstundenzahl (38,5 h/Woche) bei sechs Tagen pro Woche

  • Der monatliche Brutto-Arbeitslohn richtet sich nach dem im jeweiligen Bundesland gültigen Tariflohn
  • Der Arbeitgeber muss eine Unfallversicherung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft abschließen

  • Der Dauer der Beschäftigung sind keine zeitlichen Grenzen gesetzt

Die Pflegekraft muss sich beim Einwohnermeldeamt anmelden und eine Steuer-Identifikationsnummer beim Finanzamt beantragen.

 

Weitere Informationen gibt es bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)
Im Netzwerk der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) vor allem für die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland und für die Vermittlung besonderer Berufsgruppen verantwortlich.
http://www.zav.de

 

Die kostenlose Broschüre „Vermittlung von Pflegekräften
aus dem Ausland“ erhalten Sie bei der Arbeitsagentur.

 

2. Das Entsendemodell

Beim Entsendemodell handelt es sich um eine zeitlich befristete „Entsendung“ von Arbeitskräften eines europäischen Unternehmens aus EU-Mitglied-Staaten nach Deutschland. Hier werden die Pflegebedürftigen bzw. Angehörigen nicht zu Arbeitgebern. Sie schließen mit einem europäischen oder deutschen Unternehmen einen Vertrag über die 24 Stunden Pflege, die Betreuung und/oder hauswirtschaftliche Hilfen ab.
In der Regel hilft eine Vermittlungsagentur bei der Organisation. Die Angehörigen schließen also zwei Verträge ab: einen mit dem Unternehmen aus der EU, welches die Pflegekraft stellt, und einen weiteren Vertrag mit dem Vermittlungsunternehmen, das die Organisation und Kommunikation übernimmt.

Die Voraussetzungen sind hier:

  • Die Arbeitskraft ist bei einem Unternehmen aus der EU angestellt
  • Das Unternehmen entrichtet die Sozialversicherungsabgaben und Steuern. Der Nachweis hierfür ist die „Entsendebescheinigung A-1“
  • Die sogenannte „Entsendung“ erfolgt nur vorübergehend (bis zu 12 Monate)
  • Die Arbeitskräfte wechseln nach drei Monaten
  • Für die Arbeitnehmer gelten die deutschen Arbeitsrechts- und Arbeitsschutzbestimmungen wie Probezeit, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigungsfristen, Tariflohn/Mindestlohn
  • Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus dem Mindestlohn, den Kosten für Unterkunft, Verpflegung und An- und Abreisekosten der Arbeitskraft. In der Regel wird eine einmalige Vermittlungs- und Bearbeitungsgebühr von den Unternehmen erhoben.

Telefonische Beratung und schnelle Hilfe für Angehörige
Das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums hilft. Es ist von Montag bis Donnerstag zwischen 9.00 und 18.00 Uhr und per E-Mail: info@wege-zur-pflege.de erreichbar sowie im Internet unter https://www.wege-zur-pflege.de/start.html.

Kostenlose Broschüre „Ausländische Haushalts- und Betreuungskräfte in Privathaushalten“

Ausländische Haushalts und BetreuungskräfteDie Broschüre gibt Antworten auf Fragen rund um die Beschäftigung von ausländischen Haushalts-und Betreuungshilfen:
– Eignet sich in unserem Fall diese Form der Versorgung überhaupt?
– Wie lässt sich der Bedarf einschätzen?
– Welche Leistungen gibt es von der Pflegeversicherung?
– Welche Aufgaben kann eine ausländische Haushalts-und Betreuungskraft übernehmen?
– Welche Beschäftigungsmodelle sind legal? 

https://www.ratgeber-verbraucherzentrale.de/media1154324A.pdf

 

3. Modell: Selbstständige polnische Pflegekräfte

Das letzte Modell für die 24 Stunden Pflege ist die Beschäftigung einer selbstständigen Pflegekraft aus Osteuropa. Dieses ist jedoch nur sehr eingeschränkt zu empfehlen, weil sich diese Beschäftigungsverhältnisse oft in einer rechtlichen Grauzone zur Scheinselbstständigkeit bewegen und eine übergeordnete Kontrollinstanz fehlt.

 

Haushaltshilfe für Pflegebedürftige beantragen: So geht’s!

Saugen, putzen, wischen, Wäsche waschen – einen Haushalt zu führen, kann besonders für viele ältere Menschen und pflegebedürftige Personen zu einer großen Belastung werden. Für eine Entlastung kann eine Haushaltshilfe sorgen. Unter Umständen übernimmt die Krankenkasse hier sogar einen großen Teil der Kosten.
Welche Voraussetzungen dafür vorliegen, wie Sie den Antrag auf eine Erstattung stellen und worauf Sie bei der Suche nach einer Haushaltshilfe achten sollten, erfahren Sie hier.

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